Gesundheit und Versicherung

Gesund bleiben im Studium

Wir hoffen, dass du während deiner Studienzeit in Bayern immer gesund und munter bleibst. Falls du aber doch einmal krank werden solltest oder einen Unfall hast, ist es wichtig, vorbereitet zu sein. Als Student in Deutschland bist du dazu verpflichtet, einer Krankenkasse beizutreten. Wir erklären dir, welche unterschiedlichen Möglichkeiten es hier gibt.

Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC)

EU-Bürger sowie Bürger aus Ländern, die dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehören oder aus der Schweiz kommen, können eine kostenlose europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) beantragen. Mit dieser Karte ist die medizinische Versorgung in Deutschland gewährleistet. Laut europäischem Gesetz bleibt der Hauptwohnsitz von EU-Bürgern in ihrem Heimatland, auch wenn sie in einem anderen Land studieren. Deshalb kannst du für deine Krankenversicherung  weiterhin in deinem Heimatland bezahlen, mit der EHIC-Karte aber trotzdem medizinische Leistungen in Deutschland beanspruchen.

Falls du in deinem Heimatland nicht versichert bist, bekommst du auch keine EHIC-Karte. In diesem Fall musst du dich bei einer deutschen Krankenversicherung anmelden.

Weitere Informationen zur EHIC

Informationen zu Behandlung und Kosten für Besitzer einer EHIC-Karte in Deutschland

Gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland

Bis zum Alter von 30 Jahren müssen Studierende in Deutschland in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sein. Nur in wenigen Ausnahmen dürfen sie auch eine private Versicherung abschließen. Die meisten Studierenden entscheiden sich aber ohnehin für die gesetzliche Krankenkasse, weil sie günstiger ist. Wenn du einmal aus der gesetzlichen Krankenkasse ausgetreten bist, kann es außerdem schwierig sein, später wieder einzutreten.

In Deutschland kannst du zwischen verschiedenen Krankenkassen wählen. Egal, für welche Krankenkasse du dich entscheidest, die Kosten sind immer gleich: Alle Kassen bieten einen Studententarif an, der zurzeit bei rund 70 Euro im Monat liegt. Allerdings gibt es Unterschiede bei den Leistungen und Behandlungen, die eine Krankenkasse gewährt. Deshalb lohnt es sich trotzdem, verschiedene Anbieter zu vergleichen.

Für die Immatrikulation an deiner Hochschule benötigst du einen Nachweis, dass du krankenversichert bist. Deshalb ist es am besten, sich gleich nach der Ankunft in Deutschland bei einer gesetzlichen Krankenkasse anzumelden.

Private Krankenversicherung in Deutschland

Die Studententarife der gesetzlichen Krankenkassen gelten nur bis zu einem Alter von 30 Jahren. Studierende, die älter als 30 Jahre sind, können sich freiwillig versichern lassen. Für sie entstehen allerdings etwa zwei Mal so hohe Kosten wie für Studierende unter 30. Hier können private Krankenkassen eine gute Alternative sein. Das Deutsche Studentenwerk hat mit privaten Anbietern spezielle Tarife für Studierende ausgehandelt.

Informationen zu den Angeboten des Deutschen Studentenwerks

In einigen Fällen kann eine private Krankenversicherung aus deinem Heimatland auch in Deutschland anerkannt werden. Deine Krankenkasse kann dir hierzu Auskunft geben. Als Privatversicherter benötigst du für die Immatrikulation an deiner Hochschule eine Bestätigung, dass du von der Versicherungspflicht in einer gesetzlichen Krankenkasse befreit bist. Beachte aber, dass du für die Dauer deines Studiums dann nicht mehr in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln kannst.

Krankenversicherung für Austauschstudenten und Studierende in Sprachkursen

Studierende, die nur einen kurzen Aufenthalt in Deutschland planen, wie Austauschstudenten oder Studierende in Sprachkursen und Studienkollegs, können nicht in die gesetzliche Krankenversicherung eintreten. Sie sollten in ihrem Heimatland eine Reiseversicherung abschließen oder sich in Deutschland für die Dauer des Aufenthalts bei einer privaten Krankenkasse anmelden.

 

Ärzte, Krankenhäuser und Apotheken

So findest du einen Arzt

Bei Kopfweh, Fieber oder Unwohlsein suchst du am besten erst einmal einen Hausarzt auf  Das ist ein Allgemeinmediziner, der die meisten Krankheiten behandeln kann und dich nötigenfalls an einen Spezialisten vermittelt.

Wenn du allerdings schon genau weißt, dass deine Krankheit von einem Spezialisten wie einem Dermatologen oder Hals-Nasen-Ohrenarzt behandelt werden muss, kannst du dort auch direkt einen Termin machen, ohne vorher zum Hausarzt zu gehen.

In Deutschland kannst du dir einen Arzt oder ein Krankenhaus frei auswählen, so lange diese von der Krankenversicherung anerkannt sind. Bei der Arztsuche ist es hilfreich, sich Empfehlungen bei Freunden und Bekannten zu holen und im Internet oder den Gelben Seiten zu stöbern.

Einen Arzttermin vereinbaren

Ärzte behandeln Patienten bisweilen auch ohne Termin. Allerdings gibt es dann oft lange Wartezeiten. Am besten rufst du deshalb rechtzeitig in der Praxis an. Manchmal dauert es ein paar Tage, bis du einen Termin bekommst. Notfallpatienten werden aber in der Regel sofort behandelt.

Apotheken und Medikamente

Medikamente werden in Deutschland in Apotheken verkauft. Die deutschen Arzneimittelgesetze sind sehr streng, so dass viele Medikamente, die du in anderen Ländern im Supermarkt kaufen kannst (wie Schmerzmittel) hier verschreibungspflichtig sind. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für die meisten verschreibungspflichtigen Medikamente, manchmal muss ein Teil allerdings selbst bezahlt werden.

In einem Notfall

Solltest du plötzlich nachts, am Wochenende oder an einem Feiertag krank werden, gibt es Notfalldienste, an die du dich wenden kannst. Versuche als erstes deinen normalen Hausarzt anzurufen.  Wenn dieser nicht zu erreichen ist, nennt der Anrufbeantworter in der Regel die Telefonnummer eines Notdienstes in der Nähe. Telefonnummern und Adressen von Ärzten und Apotheken, die Notdienst haben, findest du außerdem in der Print- und Online-Ausgabe deiner Lokalzeitung.

In einem Notfall kannst du auch direkt ein Krankenhaus aufsuchen. Die Nummer für einen Krankenwagen ist 112.